Stadtverführungen 2015 - Rathaus

Durch den Zusammenschluss der Lorenzer und Sebalder Hälfte benötigte die Reichstadt Nürnberg ein Rathaus und ein Gefängnis. Im Jahre 1322 erwarb die Stadt das Brothaus des Zisterzienserklosters Heilsbronn am Salzmarkt. Das ursprüngliche Erdgeschoss (ein „Kaufhaus“ mit hölzernen Zwischenwänden) bekam Sandsteinwände und wurde zum Kellergefängnis, als das gesamte Gebiet um 3 m aufgeschüttet wurde.

Auf dieses Fundament wurde der älteste Rathausteil mit dem Großen Rathaussaal im Obergeschoss gesetzt. Weitere Anbauten ergänzten das Alte Rathaus nach Norden. Die Stadt Nürnberg florierte im Mittelalter und knapp hundert Jahre später wurde ein weiterer Anbau im Westen (der Wolff’sche Bau - benannt nach dem Architekten) weitgehend im klassisch-italienischen Renaissance-Stil gebaut. Die drei Barockportale zieren Figuren und das Große Nürnberger Stadtwappen, das kaiserliche Wappen und das kleine Nürnberger Wappen. Im 2. Weltkrieg wurde der gesamte Komplex durch Bombentreffer zerstört und ab 1956 Schritt für Schritt wieder aufgebaut.