Von der Rosenau zur Kleinweidenmühle (08.02.2015)

Das Gebiet zwischen der Fürther Straße und der Pegnitz unmittelbar vor den Toren Nürnbergs hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Bei einem Rundgang mit „Geschichte für Alle“ wurden einige der historischen Stationen dieses Stadtteils wieder lebendig.

Minnesänger-Brunnen im Rosenau-Park, Nürnberg

Start des Rundgangs war der Minnesänger-Brunnen in der Rosenau (gestiftet von einer reichen Witwe und ursprünglich in der Prater-Anlage), der nach dem 2. Weltkrieg seinen Standort in dem Anfang der 1820-er Jahre anstelle eines Bleichweihers angelegten Freizeitpark Rosenau fand. Nach einem kurzen Abstecher zur ehemaligen Prateranlage, wo ehemals das Tanz-Café „Bijou“ gehobene Tanzveranstaltungen bot, ging es dann ins Hochstraßenviertel, wo ein Zentrum des Hopfenhandels war, ein Kamin im Hinterhaus der Hochstraße 15a erinnert noch an diese Zeit.

Hinter den Gebäuden der Bärenschanze (erst Verteidigungsvorwerk , dann immer weiter ausgebaut zur Kaserne für die Reiterei ) führte der Weg zur Reutersbrunnen-Schule, einem der Nürnberger Schulpaläste vom Anfang des 20. Jahrhundert, und zur Feuerwache West mit dem namengebenden Reutersbrunnen und den schönen alten Gebäuden aus der Zeit der Pferdefeuerwehren. Zurück in der Hochstraße fallen beim Haus Nr. 33 mehrere Besonderheiten auf. Auf dem Gehsteig befinden sich vier Stolpersteine von Gunter Demnig, auch zur Erinnerung daran, dass in diesem Haus – ein sog. Judenhaus – Juden auf ihre Deportation warten mussten.

Im "Hopfenviertel" von Nürnberg

Gegenüber kann an zwei Häusern der Unterschied im Baustil zwischen dem „Nürnberger Baustil“ und dem „Jugendstil“ betrachtet werden. Den Abschluss bildete an der Kleinweidenmühle das älteste, dort noch erhaltene Gebäude, das Gesindehaus mit seinem charakteristischen Treppenturm. Entlang der Pegnitz gab es hier früher mehrere Mühlen (Getreide-, Hammer- und Papiermühlen), die jedoch entweder aufgegeben oder im Krieg zerstört wurden.