Henkersteg

Der Henkersteg in Nürnberg

Auf der westlichen Spitze der Trödelmarktinsel steht der Henkerturm mit dem Henkerhaus und den nördlichen Bögen, die zum Wasserturm am Weinstadel führen. Sie sind die Reste der vorletzten Stadtmauer und waren der Wohnsitz des Nürnberger Henkers. Da der Beruf des Scharfrichters als „unrein“ (unehrlich) angesehen wurde, musste er auf der Trödelmarktinsel außerhalb der Stadt wohnen, damit die Mitbürger nicht auch unrein wurden. Entlang der ehemaligen Stadtmauer wurde im 14. Jahrhundert der „Henkersteg“ oder „Lange Steg“ errichtet, der vom ehemaligen Gefängnisturm als überdachter Holzsteg für Fußgänger zum südlichen Pegnitzufer beim Unschlitthaus führte.

Brücken in Nürnberg

Henkersteg (Trödelmarkt – Lorenzer Ufer)

Ende des 16. Jahrhunderts beschädigte das sich aufstauende Eis auf der Pegnitz bei einem Hochwasser den Steg so stark, dass er einstürzte und acht Menschen in den Tod riss. Nach dem Hochwasser wurde der Abfluss des Wassers verbessert, indem man drei Stadtmauerbögen der vorletzten Stadtbefestigung abriss. Ein neuer Pegnitzübergang wurde weiter westlich als überdachter Holzsteg errichtet.

Im Laufe der Zeit folgten noch mehrfache Umbauten und Änderungen am Henkersteg. Nach starken Kriegsschäden wurde der Steg im Jahre 1954 in der ursprünglichen Form rekonstruiert. Der Henkersteg überbrückt etwas schräg den südlichen Pegnitzarm und ist auch heute noch die Verbindung zwischen dem Trödelmarkt und dem auf der Lorenzer Stadtseite gelegenen Unschlittplatz.

 

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