Katharinenmühle oder Spitalmühle

(Wespennest 1)

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Katharinenmühle erstmals urkundlich erwähnt, hatte aber sicher schon vorher bestanden. Ihren Namen hat sie vom nahe gelegenen Katharinenkloster, jedoch wurde sie wahrscheinlich schon Ende des 13. Jahrhunderts von einem Herrn Crafft Lang am Lorenzer Pegnitzufer gegenüber der vorderen Insel Schütt erbaut. Er vermachte sie dem Burggrafen Friedrich IV., der sie dem zwischenzeitlich gegründeten Kloster schenkte. Eine Verbindung zwischen Mühle und Kloster bestand lediglich in Form der Abgabenlieferung in Form von Naturalien (Weizen, Roggen). Außerdem holten die Nonnen beim Müller Flusswasser für ihren Bedarf, Kontakt mit der Welt außerhalb des Klosters war ansonsten verboten.

Mitte des 15. Jahrhunderts erwarb die Familie Coburger (oder Coberger) die Mühle – wie auch die auf dem gegenüber liegenden Ufer der Insel Schütt errichtete Schleifmühle – und hielt sie mehrere Generationen lang im Besitz. Zu dieser Zeit lag die Mühle noch außerhalb der Stadtmauer. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gelangte sie mit der letzten Stadterweiterung innerhalb des Mauerrings.

Ehemaliger Standort der Katharinenmühle (nach Zerstörung im 2. Weltkrieg abgerissen)

Nach der Auflösung des Klosters wurde die Mühle vom Heilig-Geist-Spital verwaltet, daher kommt der weitere Name „Spitalmühle“. Sie besaß sechs Mühlräder, davon eines für die Rotschmieddrechsler und eines als Schleifrad. Nach mehreren Wechseln bei den Müllern übernahm der Kaufmann Wiß die Mühle. Die Gebäude und auch die Wasserräder wurden im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, die Mahlmühle wie in den anderen Mühlenanlagen langsam durch Werkstätten, Geschäftsräume und Wohnungen ersetzt. Schließlich zog im Jahr 1938 das Gesundheitsamt in das zwischenzeitlich als repräsentatives Bürohaus ausgebaute Gebäude im Wespennest 1. Den 2. Weltkrieg überstanden das Kloster nur als Ruine, die Mühle mit nur geringeren Schäden. Zwar sollte das Mühlengebäude als Zeugnis der frühen Industriearchitektur wiederaufgebaut werden. Im Rahmen der „Hochwasserfreilegung der Stadt Nürnberg“ wurden aber sowohl die Stauanlage als auch das Mühlengebäude entfernt.


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