Museumsbrücke

Die Museumsbrücke in Nürnberg

Die Museumsbrücke ist, damals wie heute, eine wichtige Verbindung zwischen Lorenzer und Sebalder Stadthälfte. Keine andere Brücke in Nürnberg hatte in ihrer Geschichte so viele weitere Namen, von denen sich aber die meisten nicht durchsetzen konnten. So wurde der Flussübergang zeitweise Barfüßerbrücke, Josephsbrücke, Königsbrücke, Obere Brücke oder Plobenhofbrücke genannt.

Brücken in Nürnberg

Museumsbrücke (zweibogig) mit Hochwasserkanal (links)

Vermutlich stand an der Stelle der heutigen Museumsbrücke die älteste Brücke Nürnbergs über die Pegnitz. Nachgewiesen ist eine Holzbrücke für das 13. Jahrhundert. Da das Bauwerk das nahe gelegenen Franziskaner- oder Barfüßerkloster mit der Stadt verband, wurde es „Barfüßerbrücke“ genannt. Allerdings zerstörte in den folgenden Jahrhunderten wiederholt Hochwasser die Brücke an diesem Ort.

Im Jahre 1484 wurde an ihrer Stelle von Baumeister Hans Müllner aus Regensburg eine Holzbrücke auf zwei steinernen Bögen errichtet. Über 100 Jahre später wurde diese Brücke erneut durch Hochwasser stark beschädigt und Anfang des 17. Jahrhunderts durch ein hölzernes, aber gepflastertes Provisorium ersetzt. Wegen der ständig notwendigen Reparaturarbeiten begann man 1699 mit dem Bau eines massiven Steinbaus mit kanzelartigen Auskragungen auf dem Strompfeiler, der 1700 fertig gestellt wurde. Allerdings war die Bogenbrücke damals wesentlich schmäler.

Brücken in Nürnberg

Museumsbrücke (im Hintergrund Heilig-Geist-Spital)

Zu Ehren Kaiser Leopolds I. und König Joseph I. waren zwei Inschriftentafeln angebracht, daher nannte man die Brücke auch „Josephsbrücke“ und „Königsbrücke“. Die Namen konnten sich allerdings nicht durchsetzen. Weitere Tafeln mit den Wappen des Heiligen Römischen Reichs, der Königreiche Ungarn und Böhmen, dem Nürnberger Wappendreipaß sowie Wappen der sechs ranghöchsten Ratsherren der damaligen Zeit sind am westlichen Aufbau angebracht.

Der weitere Name „Plobenhofbrücke“ bezieht sich auf den angrenzenden Plobenhof auf der Sebalder Seite, der einer Familie „Plauen“ oder „Ploben“ gehörte.  Als „Obere Brücke“ wurde sie wohl im Vergleich zu der weiter flussabwärts gelegenen „Steinernen Brücke“ bezeichnet.

Die Reste des ehemaligen Franziskanerklosters („Barfüsserkloster“, heute Königstraße 1) waren im 19. Jahrhundert von der Gesellschaft Museum, einer Geselligkeits- und Lesegesellschaft, übernommen und zu einem Museum umgebaut worden. Deshalb erhielt die Brücke den heute noch gebräuchlichen Namen „Museumsbrücke“.

Die Beschädigungen der Museumsbrücke durch Bomben des  Zweiten Weltkriegs waren so erheblich, dass im Jahre 1954 die Reste der Brücke abgebrochen wurden und ein Neubau mit dem Erscheinungsbild von 1700 erstellt wurde. Die Aufbauten der Brücke wurden restauriert und wieder angebracht. Die neue Museumsbrücke ist rund 55 Meter lang, aber doppelt so breit wie ihr Vorbild und besitzt einen Bogen mehr. Dieser ist Teil des Hochwassertunnels zum Trödelmarkt.

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