Spanien – Andalusien 2010

Die Semana santa, die Heilige Woche, ist die Woche zwischen Palmsonntag und Ostersonntag. Dies ist vor allem in den südlichen Ländern eine Zeit von religiösen Umzügen und stimmungsvollen Feiern. Besonders die Prozessionen in Andalusien sind berühmt. Um diese besondere Atmosphäre zu erleben, verbrachten wir die Karwoche 2010 in Andalusien.

1. Tag, Sonntag, 28. 03. 2010:

Der Auftakt zum Urlaub ist nicht ganz so günstig, wie erhofft und gewünscht. Zuerst wird Mama krank und kommt wieder mal ins Krankenhaus. Aber bald beruhigt sich alles wieder, die Ärzte finden nichts außer altersbedingten Herzproblemen, wir können also fahren. Dann gibt Heikos PC den Geist auf, und zwar so knapp, dass wir auf die Schnelle keinen neuen PC besorgen können. Gott sei Dank kann er sich den Laptop von Flo leihen, der Urlaub ist gerettet. Also kann es losgehen. Wir fahren wie immer mit dem Zug nach Frankfurt. Da wir rechtzeitig losgefahren sind, können uns auch Baumaßnahmen und die dadurch bedingten Verspätungen nicht erschrecken. Wir checken ein, geben unser Gepäck ab und gehen erst einmal zum Kaffeetrinken. Wir haben ja Zeit.
Jetzt also zur Passkontrolle und zur Sicherheit. Um Gottes Willen, wo kommen denn all diese Menschenmassen her? Ach ja, es ist Ostern und alles fährt in den Urlaub. Wir brauchen mehr als eine Stunde, um durch die Kontrollen zu kommen. Natürlich wird Heikos Fotozeug wieder extra besichtigt. Jetzt wird es knapp. Und dann haben wir auch noch einen der letzten Flugsteige – Nr. 64. Das bedeutet, dass wir ca.1 km laufen, nein rennen müssen. Also, los! Wir keuchen den Gang entlang. Die Zungen hängen uns schon raus, die Kräfte drohen uns zu verlassen. Da kommt uns ein Elektromobil entgegen: „Malaga?“ „Malaga!“ „Einsteigen!“ Und so werden wir das letzte Stück gefahren, durch die Schleuse gewunken, einsteigen, Abflug. Wir sind die letzten, aber irgendeiner muss es ja sein. Ankunft trotz unserer Verspätung planmäßig in Malaga.
Das erste Beschnuppern mit Reiseleiter Dr. Fritz Kestel und mit den anderen Reiseteilnehmern zeigt gute Ergebnisse. Wir werden in einem guten Hotel in sehr zentraler Lage untergebracht – besser geht es gar nicht. Gleich nach dem Bezug des Zimmers gehen wir zur ersten Prozession. Da müssen wir nur über die Straße gehen, schon sind wir mitten im Geschehen. Eine Semana santa – Prozession ist ein ungeheueres Erlebnis: Ununterbrochen ertönt aufreizende, schrille Musik von Trompeten und Trommeln. Ca. 100 – 150 Männer tragen tonnenschwere „tronos“, also Tableaus mit Heiligenbildern. Zwischen den einzelnen tronos, die im Meter-Rhythmus vorwärts getragen und immer wieder abgesetzt werden, laufen Gruppen von Kapuzenmännern, ähnlich den Ku-Klux-Klan mit Kreuzen oder langen Kerzen in den Händen. Die Gewänder sind je nach Gruppenzugehörigkeit in unterschiedlichen Farben: grelles Rot, Schwarz, Lila, Weiß oder Dunkelbraun. Die Besucher sind elegant gekleidet und festlich gestimmt. All das erzeugt eine geradezu unwirkliche, fast mystische Stimmung.
Wir trennen uns nur schwer von diesem Spektakel, um zum Abendessen auf der Dachterrasse des Hotels zu gehen. Wir essen sehr gut und haben eine schöne Aussicht auf den Hafen von Malaga. Erste Kontakte und Gespräche. Nach dem Essen gehen wir noch einmal zur Prozession, die jetzt bei Dunkelheit noch einmal geheimnisvoller wird.

2. Tag, Montag, 29. 03. 2010:

Am Morgen fahren wir nach dem Frühstück nach Ronda. Das ist eine schöne kleine Stadt, die in zwei Teilen rechts und links von einer tiefen Schlucht liegt. Die Schlucht trennt die maurische Altstadt von der Neustadt aus dem 16. Jahrhundert. Eine interessante Brücke, die zwar „neue Brücke“ (puente nuove) heißt, aber trotzdem sehr alt ist, verbindet die beiden Stadtteile. Rilke und Hemingway weilten hier. Wir besuchen die Stierkampfarena, die älteste in Spanien. Im maurischen Teil der Stadt besichtigen wir ein Haus hoch über der Schlucht mit einem schönen Garten. Leider treibt uns das schlechter werdende Wetter zum Bus zurück.
Auf der Weiterfahrt nach Jerez regnet es heftig, aber das macht uns nichts aus, wir sind ja im trockenen Bus. In Jerez checken wir in einem hübschen Hotel ein. Der Speisesaal ist eine ehemalige Weinhalle, in der Sherry hergestellt wurde. Man nennt das „Bodega“. Bei einem Glas Fino machen wir uns miteinander bekannt. Ein Ehepaar kommt aus Sachsen (Siegmund), zwei Paare kommen aus Hessen (Gasper und Wesp), Ehepaar Freckmann kommt aus Nordrhein-Westfalen, ebenso wie das Paar Frau Budenberg und Frau Klepper. Aus Luxemburg ist ein Paar dabei, aus der Schweiz Herr Ledergerber, aus Berlin Frau Häusler, die als Schauspielerin drei Jahre lang an der Nürnberger Bühne gearbeitet hat, eine Ärztin aus Baden-Württemberg. Die weiteste Anreise hatten Leppers, die kamen aus Bangkok und haben den Besuch ihrer Kinder in Hanau mal eben kurz unterbrochen, um nach Andalusien zu fahren.

3. Tag, Dienstag, 30. 03. 2010:

Am Morgen besichtigen wir Jerez: eine schöne Markthalle, dann den Alcázar, die hübsche Altstadt. Das Wetter ist kühl, aber sonnig. Alles riecht wunderbar nach Pomeranzen, die gerade herrlich blühen und gleichzeitig orange Früchte tragen. Nach der Besichtigung gehen wir zur Sherry-Verkostung bei Gonzales Byass. Es gibt eine interessante Führung, anschließend kann jeder ein paar Gläschen Sherry trinken. Aber das ist nicht unser Geschmack, wir bevorzugen andere Marken.
Sherryschwer steigen wir in den Bus und fahren weiter. Das Mittagessen nehmen wir in einer Fernfahrerkneipe ein. Das einfache, aber gute und reichliche Essen neutralisiert den Sherry, sodass wir bis Sevilla wieder nüchtern sind. Nach einer ersten Stadtrundfahrt in Sevilla spazieren wir durch den Maria-Luisa-Park. Dort wurden viele unterschiedliche Baumarten angepflanzt. Der Spaziergang endet auf der Plaza de Espagna, einer tollen Anlage, die wie ein großes Schloss aussieht. Sie wurde für die Iberoamerikanische Ausstellung im Jahr 1929 angelegt. Sehr imposant, sehr schön und sehr nutzlos!
Unser Hotel liegt wieder sehr zentral, gleich hinter der Plaza de Espagna. Als wir das Fenster öffnen, hören wir schon die aufreizende Prozessions-Musik. Tatsächlich zieht eine Hermandade, eine Bruderschaft, mit ihrem trono auf ihrem Heimweg direkt an unserem Hotel vorbei. Da können wir beim Abendessen gleich die Prozession betrachten. Aber heute Nacht gehen wir zur Prozession, die in Sevilla besonders eindrucksvoll sein soll.
Wir gehen zu den Gärten von Murillo, die hinter dem Alcázar liegen. Nur der Vollmond beleuchtet die Szenerie. Die Prozession nähert sich in langsamem Tempo, immer wieder werden die beiden tronos abgesetzt. Die Musik „schreit“ zum Himmel, die Kerzen beleuchten die Dunkelheit. Als der trono an uns vorbei getragen wird, durchschneidet ein scharfes Zischen die Luft. Alle Leute verstummen schlagartig und der schmerzensreiche Christus wird in fast völliger Stille an uns vorüber getragen. Beeindruckend! Um 01:45 Uhr kommen wir wieder in unser Hotel zurück, angefüllt mit den Eindrücken des Tages.

4. Tag, Mittwoch, 31. 03. 2010:

Heute besichtigen wir die Glanzlichter von Sevilla: das Hospital de la Caridad und den Alcázar. Das Hospital de la Caridad ist eine Stiftung von Miguel de Manara aus der Barockzeit. Dieser junge Adlige diente als Vorbild für die literarische Gestalt des Don Juan, bzw. des Don Giovanni. Er hatte in seiner Jugend viele Frauen als Geliebte, bis er die einzig wahre Liebe traf. Diese junge Frau heiratete er. Leider verstarb sie sehr bald. Er war darüber so traurig, dass er das Hospital de la Caridad gründete, in dem Menschen ohne Beruf, ohne Auskommen und ohne Besitz aufgenommen wurden. Noch heute leben ca. 50 Männer dort, die keine Rente o. Ä. besitzen.
In der Kirche des Hospital de la Caridad gibt es sehr sehenswerte Bilder von Valdes Leal, Roldan und Murillo, den bekanntesten Barockmalern der damaligen Zeit. Anschließend besichtigen wir den Alcázar, einer traumhaften Festungs- und Schlossanlage. Hier haben christliche und muslimische Herrscher und ihre Handwerker Hand in Hand gearbeitet. Über den Türen und Mauern stehen christliche und muslimische Inschriften nebeneinander und künden von der Freundschaft des christlichen Königs Pedro I. und des Emirs von Granada, Mohammed V. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Palacio Don Pedro im Mudéjar-Stil. Heute noch hat die Königsfamilie von Spanien im Alcázar private Wohnräume. Spätere Herrscher fügten die grandiosen Gartenanlagen hinzu. Diese mag man gar nicht mehr verlassen. Sie sind traumhaft schön.
Am Abend schauen wir uns eine sehr gute Flamenco-Show im Lokal „Tablao de Arenal“ an. Es gibt ein gutes Abendessen und Flamenco vom Feinsten, getanzt, gesungen und gespielt von den Mitgliedern einer Zigeunerfamilie. Nach einem Absacker im Hotel gehen wir endlich zu Bett.

5. Tag, Donnerstag, 01. 04. 2010:

Gestern haben wir schon ein wenig von der prächtigen Stadt Sevilla gesehen. Heute durchwandern wir das Stadtviertel Santa Cruz ganz bewusst und besuchen die schönen engen Gassen, die sich immer wieder zu kleinen Plazas erweitern. Die Häuser sind elegant, man kann sich gut vorstellen, wie hier schöne Spanierinnen auf den Balkonen stehen und ihre Fächer schwingen, während Kavaliere ihnen auf der Plaza ein Ständchen bringen.
Überall verströmen Pomeranzenbäume ihren Duft und sorgen für ein wunderbares Ambiente. Um 10.00 Uhr öffnet die große Kathedrale ihre Tore und wir bekommen eine sehr gute Führung mit Fatima, einer guten Freundin unseres Reiseleiters Fritz und zugleich eine ausgebildete Fremdenführerin. Sie erläutert uns temperamentvoll und kundig alles, was man über die Kathedrale wissen muss. Wir steigen auch auf den Turm, wo wir einen sehr schönen Blick über das herrliche Sevilla haben.
Am Nachmittag besichtigen wir die Casa Pilatos, ein sehr schöner Palast im Mudéjar-Stil. Jetzt schmerzen die Füße und wir setzen uns in ein Straßenlokal, um auszuruhen und etwas zu trinken. Wegen der Semana santa sehen wir viele gut gekleidete Männer und Frauen, die auf dem Weg zur Prozession sind. Sie tragen die traditionellen schwarzen Kleider und im Haar die hohen Kämme mit den Spitzen- Mantillas. Bereitwillig lassen sich die Paare fotografieren.
Nachdem wir uns von Fatima verabschiedet haben, fahren wir weiter nach Carmona. In einem sehr schönen Parador mit prächtiger Aussicht trinken wir einen Kaffee. Dann geht es weiter nach Cordoba. In Cordoba darf unser Bus nicht in die Altstadt hineinfahren. Wir müssen deshalb aussteigen und den Guadalquivir auf einer großen Brücke überqueren. Unser Hotel liegt direkt neben der Mezquita. Die Lage ist sehr gut, aber – da mitten in der Stadt – auch sehr laut.

6. Tag, Karfreitag, 02.04. 2010:

Cordoba ist, nach Sevilla das zweite Highlight der Reise. Heute besichtigen wir die Mezquita- Kathedrale. Dieses Gebäude ist überwältigend. Ein Wald von 800 maurischen Säulen, verbunden mit scheinbar schwebenden Bögen, herrliche Mosaike, geschnitzte Decken, der Mighrab – alles ist von einer wunderbaren Einheit und Zusammengehörigkeit. Selbst die erste christliche Kathedrale, die in diesen maurischen Traum eingefügt worden ist, stört diese Leichtigkeit nicht. Aber dann – wie ein Schlag ins Gesicht – betritt man die zweite Kathedrale, die Ferdinand III. einbauen ließ. Ein Monster, begonnen im 13. Jahrhundert. Plump, stillos, hässlich vermischt sie alle Stile: Gotik, Renaissance, Barock bis Rokoko. Das einzig Positive, das man für dieses hässliche Teil sagen kann, ist, dass sie den Abriss der wunderbaren maurischen Gebäudeteile verhindert hat. Denn eine Kathedrale reißt man nicht ab, sondern pflegt und nutzt sie bis heute.
Nachmittags fahren wir zur Medina Azahara, einer Palaststadt aus dem Kalifat, ca. 10. Jahrhundert. Hier werden erstaunliche Ruinen ausgegraben und man bekommt erst langsam eine Ahnung von den Ausmaßen der Stadt. Ein modernes Museum stellt viele Fundstücke aus. Aber auch das Museum selbst ist ein Hingucker.
Cordoba wird auch ein Ort der Toleranz zwischen Christentum, Islam und Judentum genannt. Die Juderia ist sehenswert mit ihren kleinen Gässchen und blühenden Topfpflanzen. Wir besuchen die alte Synagoge und ein prächtiges jüdisches Haus, die Casa de Sefarad. Dort erfahren wir in einem Vortrag viel über die spanisch-jüdische Tradition und hören sephardische Lieder.
Auf dem Rückweg zum Hotel finden wir unser übliches Mitbringsel, diesmal ein tolles Bild aus geprägtem Leder. Abends essen wir gemeinsam in einem kleinen Lokal auf der anderen Seite des Guadalquivir und betrachten dann noch einmal die Karfreitagsprozession, die genau gegenüber vom Hotel durch den Patio de Narranjes (= Orangenhof) in die Kathedrale hineingeht und nach einer Weile wieder herausgewankt kommt. Nachts ist die Prozession noch viel eindrucksvoller als am Tag.

7. Tag, Samstag, 03. 04. 2010:

Heute fahren wir weiter nach Ubeda und Baeza. Das sind zwei schöne Renaissance-Städte. Hier haben sich reiche Leute niedergelassen, die sich prächtige Paläste gebaut haben und ihren Reichtum nach der Entdeckung von Amerika zeigen wollten. Beide Städte wurden weitgehend im 16. Jahrhundert unter Karl V., dem Enkel von Isabella und Ferdinand gebaut und haben eigene Universitäten, private Kirchen, usw.
Unterwegs besichtigen wir eine große Ölmühle und kaufen zwei Flaschen bestes Öl (flor de aceite, nach der ersten Pressung abgetropftes Öl).
In Baeza besichtigen wir die Stadt und kaufen in einem schönen Laden Olivenöl-Schokolade für Sylvia. Da wir uns aber nicht sicher sind, ob die schmeckt, essen wir sie gleich selber auf. Am nächsten Tag hat der Laden leider geschlossen wegen Ostersonntag. Deshalb bekommt Sylvia keine Olivenöl-Schokolade. Sie hätte sie aber ohnehin nicht gemocht, weil sie doch etwas streng schmeckte.
Die Übernachtung in Baeza war sehr laut, viel schlimmer als in Cordoba. Die Spanier gehen offensichtlich in der Semana santa überhaupt nicht ins Bett.

8. Tag, Ostersonntag, 04. 04. 2010:

Jetzt fahren wir zum nächsten Höhepunkt der Reise, nach Grananda. Zuerst besichtigen wir zur Einstimmung das Karthäuserkloster. Aber das ist eher abschreckend: Kirche und Sakristei sind total überladen mit Bildern, Gold usw., alles im spanischen Barock. Der Klostergarten ist recht hübsch. Anschließend hat uns Fritz in eine nette Tapasbar in der Nähe unseres Hotels eingeladen. Am besten schmeckt uns der Schinken. Wir schlendern durch die alte Seidenbörse (heute ein Touristenlädchen am anderen) zur Kathedrale. Wieder liegt unser Hotel so zentral, dass wir das alles zu Fuß machen können.
Die Kathedrale ist riesig und allein durch ihre Größe sehr eindrucksvoll. Besonders schön ist sie nicht. Wir fiebern jetzt aber schon dem Höhepunkt – der Alhambra – entgegen und haben nicht mehr so viel Aufnahmebereitschaft für andere Sehenswürdigkeiten. Außerdem hat Heiko eine Blase am Fuß, das beeinträchtigt die Stimmung auch. So gehen wir nach dem Abendessen ins Bett und ruhen uns mal aus.

9. Tag, Ostermontag, 05. 04. 2010:

Endlich – die Alhambra! Eine eigene Stadt in der Stadt. Zeitweise wohnten 5000 Einwohner in dieser Palaststadt. Die maurischen Bauten sind zauberhaft. Bereits der älteste Teil, die Alcazaba, ist ein wunderbares Gebäude. Eine zwar wuchtige Festung, aber man sieht ihr den Festungscharakter nicht an. Die Mauren konnten wuchtige Gebäude mit dicken Mauern so bauen, dass sie wunderbar leicht wirkten. Die Alcazaba aus dem 11. Jahrhundert ist der älteste Teil der Alhambra.
Um die Alhambra entstand das maurische Viertel Albaicin, das noch heute mit seinen engen Gässchen sehr malerisch ist. Im 14. Jahrhundert wurde dann der Palacio Nazaries dazugebaut. Der Nasriden-Palast ist unvergleichlich schön. Prachtvolle Säle wechseln sich mit wunderschönen Gärten und Höfen ab. Überall plätschern Brunnen, spiegeln sich die herrlichen Gebäude in stillen Teichen. Die Stuckarbeiten an den Wänden, die Deckenschnitzereien und die Mosaiken sind von einer Eleganz, die ihresgleichen sucht. Man kann sich wunderbar vorstellen, wie die Haremsdamen durch den Löwenhof liefen, wie die Kinder in der Madraza unterrichtet wurden, wie der Emir die Gesandten im Saal der Botschafter empfing.
Nach einem Spaziergang durch den Generalife (= wunderschöne Gartenanlage mit Nutz- und Zieranteil) trinken wir einen Kaffee und essen frittierte Auberginenstückchen mit Sesamhonig im wunderbaren Parador-Hotel, das früher ein Franziskanerkloster war, in dem die Körper der katholischen Könige Isabella und Ferdinand so lange aufbewahrt wurden, bis die Sterbekapelle neben der Kathedrale fertig gestellt war.
Am frühen Abend gehen wir zum Gitarrenbauer Henner, wo wir eine Menge über Gitarren und deren Herstellung erfahren. Dann suchen wir ein bestimmtes Lokal, das im Reiseführer als besonders gut empfohlen wird. Wir finden es auch, aber es ist leider geschlossen. Da gehen wir wieder in unsere Tapasbar und vergnügen uns an Kaninchenragout mit Schnecken.

10. Tag, Dienstag, 06. 04. 2010:

Am Vormittag machen wir noch einen abschließenden Spaziergang durch das schöne alte Viertel Albaicin. Von der Plaza San Nicolas blicken wir ein letztes Mal hinüber zur Alhambra. Dann fahren wir weiter nach Malaga.
Auf dem Weg kommen wir durch das Städtchen Solobrena. Am Strand essen wir in einem Lokal Paella. Jetzt ist es endlich so warm, wie man sich das in Spanien für die Jahreszeit vorstellt. Bisher war das Wetter immer schön, sonnig, aber nicht warm, sondern eher sehr kühl. Am Nachmittag besuchen wir in Malaga das Picasso-Museum. Picasso stammt ja aus Malaga, deshalb wurde ihm zu Ehren das Museum eingerichtet. Die Familie Picasso hat viele Bilder dazu gestiftet. Ich bin aber kein so großer Picasso-Fan und dementsprechend weniger begeistert.
Nach dem Museumsbesuch fahren wir weiter zu unserem letzten Hotel in Torremolinos. Das Hotel ist schön, aber der Ort ist schrecklich. Gut, dass wir hier nur übernachten und dann nach Hause fahren.

Insgesamt war diese Reise toll. Die drei Höhepunkte waren eindeutig Sevilla, Cordoba und Granada.
Sevilla – die wunderbar elegante Stadt mit dem herrlichen Alcázar.
Cordoba – die Stadt mit der zum Weinen schönen Mezquita.
Granada – mit der traumhaften Alhambra.


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